Ätherische Öle & Haut: natürliche Pflege und Respekt vor der Pflanzenkraft
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Von Myriam Veit
Ätherische Öle & Haut:
natürliche Pflege und Respekt vor der Pflanzenkraft
Ätherische Öle können sind eine wundervolle Ergänzung in der Hautpflege. Sie bringen nicht nur einen ansprechenden Duft, sondern sind vor allem vielfältige pflanzliche Wirkstoffe mit, welche die Hautfunktionen unterstützen können – je nach Hauttyp. Gleichzeitig gilt: Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenessenzen. Damit sie der Haut guttun, braucht es Wissen über die richtige Auswahl, die korrekte Dosierung für die Haut und eine sinnvolle Anwendung.
In diesem Artikel findest du einen praxisnahen Überblick:
- Welche ätherischen Öle zu welchem Hauttyp passen
- Wie man sie richtig mit Basisölen verdünnt
- Welche Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen wichtig sind
Ätherische Öle für verschiedene Hauttypen
Jede Haut reagiert individuell. Deshalb lohnt es sich, die Auswahl der Öle am Hauttyp auszurichten.
Trockene Haut
Trockene Haut braucht vor allem Feuchtigkeit, Schutz und Regeneration.
Geeignete ätherische Öle:
- Sandelholz – beruhigt trockene, empfindliche Haut, auch für Männer gut geeigent
- Lavendel – fördert Regeneration und wirkt sanft ausgleichend für jede Haut
- Geranie – reguliert die Hautbalance nicht nur in den Wechseljahren, aber hier oft ein Gamechanger
- Ylang Ylang – unterstützt die Feuchtigkeitstabilität der Haut, daher ein wesentlicher Wirkstoff in unserer beliebten Hagebutten Ylang Creme
Diese Öle werden oft in regenerierenden Gesichtsölen oder einer sinnvollen Nachtpflege verwendet.
Empfindliche oder gereizte Haut
Hier sind besonders milde Öle wichtig.
Geeignet sind zum Beispiel:
- Lavendel – beruhigend und ausgleichend für jeden Hauttyp
- Rose – unterstützt die Feuchtigkeitsbalance und wirkt ausgleichend, auch emotional, bei Allergien und nervöser Haut, mild entzündungshemmend
- Kamille (römisch oder blau) – entzündungshemmend und sehr hautfreundlich
- Neroli – stärkt sensible Haut und wirkt ausgleichend mit den bezaubernden Duft der Orangenblüte
Bei empfindlicher Haut sollte die Dosierung besonders niedrig sein.
Fettige oder unreine Haut
Hier helfen Öle, die klärend und regulierend wirken.
Bewährt haben sich:
- Teebaum – antibakteriell und klärend
- Lavendel – beruhigt und unterstützt die Regeneration
- Zitrone – wirkt leicht adstringierend (zusammenziehend)
- Rosmarin – anregend und klärend, regt die Durchblutung an, daher auch bei fahler Haut
- Salbei – entzündungshemmend und reinigend, daher ein wichtiger Bestandteil in unserer besonders kraftvollen Salbei-Hamameliscreme
Diese Öle werden oft in Mischungen für unreine Haut eingesetzt.
Reife Haut
Mit zunehmendem Alter freut sich die Haut über regenerierende und tonisierende Öle.
Geeignet sind zum Beispiel:
- Rose – unterstützt die Hautregeneration und wirkt ganz sanft entzündungshemmend
- Weihrauch – tonisierend und zellregenerierend, wichtiger Bestandteil unserer Rose-Aloe Augencreme
- Karottensamenöl – stärkend für reife Haut, kaum bekannt aber sehr hilfreich
- Geranie – ausgleichend und hautstraffend, nicht nur in den Wechseljahren, hier aber ganz besonders nützlich für die Hautbalance
Diese Öle werden häufig in Anti-Age-Gesichtsölen oder Seren eingesetzt.
Warum ätherische Öle immer verdünnt werden sollten, egal was Influenzer erzählen
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenextrakte, wenn wir uns bewusst machen wieviel Pflanzenteil zu Gewinnung von ätherischen Ölen benötigt werden.
Direkt auf die Haut aufgetragen können sie Reizungen verursachen.
Deshalb werden sie fast immer mit einem Basisöl (Trägeröl) verdünnt. Jede andere Anwendungsform gehört in die Hände eineR erfahrenen Therapeuten/in.
Eine gute Faustregel für kosmetische Anwendungen:
- 1 % Verdünnung → etwa 1 Tropfen ätherisches Öl auf 5 ml Basisöl
- 2 % Verdünnung → etwa 2 Tropfen auf 5 ml Basisöl
Für das Gesicht empfiehlt sich meist 1 % oder weniger.
Geeignete Basisöle für die Hautpflege
Hochewertige und tatsächlich Basisöle tragen die ätherischen Öle und pflegen gleichzeitig die Haut.
Jojobaöl
- Als pflanzliches Wachs sehr stabil und lange haltbar
- zieht gut ein
- geeignet für fast alle Hauttypen
Mandelöl
- sehr mild
- ideal für empfindliche Haut, auch in der Kinderpflege
- häufig in Naturkosmetik verwendet
Arganöl
- reich an Antioxidantien
- besonders beliebt für reife Haut
Traubenkernöl
- leichtes Öl
- gut bei fettiger Haut geeignet
Nachtkerzenöl
- unterstützt die Hautbarriere
- besonders hilfreich bei sehr trockener Haut
- unterstützend auch bei Neurodermitits (zuvor testen)
Ein Beispiel für eine einfache Gesichtsölmischung
Eine sanfte Mischung für normale bis trockene Haut:
- 10 ml Jojobaöl
- 1 Tropfen Lavendelöl
- 1 Tropfen Geranienöl
Gut mischen und abends sparsam auf die leicht feuchte Haut, z.B. durch ein unterstützendes Hydrolat, auftragen.
Wichtige Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Auch natürliche Stoffe brauchen einen verantwortungsvollen Umgang.
Hauttest durchführen
Vor der ersten Anwendung empfiehlt sich ein Verträglichkeitstest in der Armbeuge.
Vorsicht bei empfindlicher Haut
Bei sensibler Haut oder Hauterkrankungen sollte die Dosierung sehr niedrig sein.
Photosensibilisierung
Einige Zitrusöle – z. B. Zitrone oder Bergamotte – können die Haut lichtempfindlicher machen, vgl. dazu unsere Info zu ätherischen Ölen.
Nach der Anwendung sollte direkte Sonne für mehrere Stunden vermieden werden.
Schwangerschaft und Kinder
Nicht alle ätherischen Öle sind für Schwangere oder kleine Kinder geeignet.
Hier sollte besonders sorgfältig ausgewählt werden, vgl. Unser Artikel Ätherische Öle für Kinder
Qualität der Öle
Grundsätzlich, aber ganz besonders für die Hautpflege – die Haut ist unser größtes Organ – sollten nur 100 % naturreine ätherische Öle verwendet werden.
Synthetische Duftöle haben nicht nur keine vergleichbare Wirkung, sondern sind kontraproduktiv und sind für jegliche, aber natürlich insbesondere für die kosmetische Anwendungen ungeeignet.
Fazit
Ätherische Öle können die Hautpflege auf wunderbare Weise bereichern. Sie verbinden die Sinne durch Duft, Wirksamkeit durch Pflanzenkraft und natürliche, effektive Hautpflege miteinander. Entscheidend ist jedoch ein achtsamer Umgang mit diesen konzentrierten Essenzen: die passende Auswahl für den Hauttyp, eine gute Verdünnung und hochwertige Qualität.
Dann können ätherische Öle zu einer kleinen täglichen Ritualpflege werden – sanft, natürlich und wirkungsvoll.
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